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...

Alles ist möglich

Sogar Wunder

Alan Jay Lerner - Brigadoon

Shawandy

• Es ist ein mythisches Land,

Das verlorene Paradies, ein utopischer Traum, ein modernes Brigadoon

weit, weit weg vom Elend,

• Es sind Frauen und Männer mit ihrer Liebe, ihrem Kummer, ihrem Leid und ihrer Freude.

Die Dritte Welt ist von der Gesellschaft ausgeschlossen.

• Es handelt sich um eine Opernkomödie, die sich auf poetische, traumhafte und metaphorische Weise mit Ausgrenzung in jeglicher Form und Herkunft auseinandersetzt und mit der Hoffnung, diese Ausgrenzung eines Tages zu überwinden.

Shawandy,

ist eine Idee, die mich schon sehr lange begleitet.
Nach dem Krieg, der für mich als Kind ein traumatisches Erlebnis war, entführte mich das amerikanische Kino der 1940er-Jahre, insbesondere Musicals, in eine Welt imaginärer Konventionen, in der Alltagsprobleme durch ein Lied oder ein Ballett gelöst wurden. Bis Ende der 1960er-Jahre war Armut in Paris, wo ich lebte, nicht unmittelbar sichtbar. Es gab zwar Obdachlose unter den Brücken und einige Akkordeonspieler an den Metro-Eingängen, aber die Anfänge der sich ausbreitenden Armut waren damals noch nicht erkennbar.
Im Laufe der Jahre konnte leider nichts mehr ignoriert werden.

In den 1990er Jahren führte mein Weg ins Büro durch den Châtelet-Straßentunnel. Nahe dem Ausgang befand sich ein Platz, an dem Obdachlose Zuflucht fanden. Sie schliefen dort in Pappkartons, und ihre Zahl wuchs täglich.
Während dieser Reisen entstand die Idee der Oper, die Idee des Aufbruchs zu fernen Horizonten, ein utopischer Traum von der Rückkehr ins verlorene Paradies.
Leider ist die Sache nicht so einfach.
Auch heute noch ist Armut leider präsent, und Shawandy ist ein
traurige Realität.

Ich näherte mich dem Schreiben und Komponieren von Shawandy aus einer poetischen Perspektive. Musik besitzt eine starke emotionale Kraft. Obwohl ich Systeme verwendete, die weit vom Tonalen entfernt waren, bemühte ich mich, durch meine melodischen und harmonischen Entscheidungen einen wahrnehmbaren Dialog zu wahren. Der Aufführungsort schien mir für gewagte musikalische Experimente ungeeignet.
Shawandy ist also in klassischer Form gehalten; unterteilt in Akte, Szenen und Tableaus.
Die Handlung wechselt zwischen der verlassenen U-Bahn-Station (dem Schauplatz des Dramas) und der Fantasiewelt, zwischen Schatten und Licht, zwischen Trauer und Freude.
Letztlich ist der Tod der Heldin das notwendige Opfer, das diesen Übergang von der Dunkelheit ins Licht ermöglicht. Shawandy konnte nicht einfach nur ein Musical sein. Die tragische Dimension unterstreicht die Notlage dieser mittellosen Menschen und erlaubt ihnen, sich aus dem Elend zu befreien, in das wir sie gesperrt haben.

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